Donnerstag, 30. August 2012

Ambivalente Gefahrenbetrachtung beim Luftsport

Immer öfters häufen sich in unserer Medienlandschaft Berichte darüber, dass es erneut zu einem Unfall bei einem Ausflug mit einem Fesselballon gekommen sei, dass ein Gleitschirmflieger vom Himmel gefallen ist oder dass sich der Fallschirm eines Fallschirmspringers oder Basejumpers nicht, oder nicht rechtzeitig geöffnet hat. Alles Schreckensmeldungen die Gehör finden, schließlich gilt es nach einem solchen Unglück stets Menschenleben zu betrauern die ihr Leben bei einer solchen, eigentlich vergnüglichen Freizeitgestalltung gelassen haben.

Überdurchschnittliche Gefahr oder trügerischer Schein?

Doch kommen Unfälle und Unglücke im Luftsport überdurchschnittlich häufig vor? Mit Blick auf die zahlreichen Meldungen die uns allen in Erinnerung sind und bleiben, scheint die Antwort mit einem klaren Ja zu beantworten. - Wer hoch hinaus will, der kann auch tief fallen; und ganz abgebrühte Menschen fügen noch altklug hinzu: das sei eben der Preis der zu zahlen sei und die Verunglückten seien es im Prinzip ja auch selber Schuld; gezwungen hat sie ja keiner dazu - ich selber bleibe mit meinen Füßen ja auch auf dem Boden...Tandemsprung So einfach ist es allerdings nicht. Vielmehr ist es statistisch so, dass Luftsport, ganz gleich welcher Art, keineswegs gefährlicher ist als andere Sportarten. Das Problem bzw. die Tatsache, dass dieser statistischer Fakt außerhalb der Luftsport-Gemeinde nicht tief verwurzelte ist, trägt zu der von vielen propagierten angeblich besonders großen Gefahr, der man beim Betreiben von Luftsport ausgesetzt ist, maßgeblich bei. Dies wird gestützt von davon, dass, dass Meldungen über Unglücke beim Ballonfahren, Gleitschirmfliegen oder Fallschirmspringen, ob ihrer erschütternden Folgen und Außergewöhnlichkeit umgehend publiziert werden und weiter einem Jedem fest im Gedächtnis haften bleiben. Auch weil es, obwohl stets über einen solchen Unfall berichtet wird, immer noch eine eher exotische und somit auch überdurchschnittlich einprägsame Meldung bliebt. Andere Meldungen, die unter Umständen weniger spektakulär und ohnehin beinahe alltäglich sind, nicht mehr als zur Kenntnis genommen werden.

Mehr Gefahr als von Luftsport geht vom Straßenverkehr aus

Man denke hier nur an einen Autounfall, wovon sich auf deutschen Straßen tägliche zahlreiche tödliche ereignen und von den ganz schweren wird auch tagtäglich berichtet. Wir sind diese Meldungen aber gewohnt und in dieser Hinsicht wohl auch schon in gewisser Weise ordentlich abgestumpft. Und das ist auch eigentlich ganz gut so. Schließlich wäre die einzig nachvollziehbare Konsequenz auf das Auto, ja sogar auf die gesamte Teilnahme am Straßenverkehr zu verzichten um der Gefahr die nun mal unumgänglich vorhanden ist, aus dem Weg zu gehen. Im Umkehrschluss, insbesondere wenn man hier auch noch die Tatsache mit beachtet, dass es deutlich mehr Autounfälle als Unfälle beim Ballonfahren, Segelfliegen oder Gleitschirmfliegen gibt, dass die Konsequenz auf den Freizeitspaß hoch oben in den Wolken zu verzichten vollkommen überzogen ist. Zumindest wenn der Auslöser tatsächlich eine just gelesener oder gesehener Schreckensmeldung eines Unglücks folgt und dafür ursächlich ist.

Blinder Verzicht ist schlicht die falsche Konsequenz

Daher lassen sie sich den Spaß und die Freude am Luftsport nicht verderben so sie die Faszination bereits an eigener Haut erlebt haben. Wenn noch nicht, bleiben sie neugierig und lassen sie sich nicht abschrecken, passieren kann immer und überall viel und wie bereits erwähnt, statistisch gesehen wäre ein Verzicht auf den Straßenverkehr vernünftiger und zweckdienlicher; aber wer will und wer macht das schon!? Letztlich ist das Leben viel zu kurz um auf all das zu verzichten wovon theoretisch Gefahr ausgehen kann.

Montag, 9. Juli 2012

Mut, Luftsport und Erfolg - Corrina Schwiegerhausen

All zu viele Extremsportlerinnen gibt es nicht. Nicht in Europa, nicht in den USA und auch sonst ist das zarte, weibliche und meist eher grazile Geschlecht in Sachen Extremsportarten in luftigen Höhen wie Fallschirmspringen, Drachenfligen, Gleitschirmfliegen oder auch dem waghalsigen Kunstflug, nicht allzu oft vertreten. Woran dies genau liegt, darüber lässt sich indes nur mutmaßen. Unter dem Strich, folgt man den Ausführungen von Verhaltenspsychologen, liegt es wohl tief im Wesen des weiblichen Geschlechtes verwurzelt. - Eine Art Urinstinkt der dafür sorgt, dass Frau unnötige Gefahren eher meidet wie der Teufel das Weihwasser. Hinzu kommt die meist eher auf Sicherheit bedachte Sozialisation der Doppel-X-Chromosom-Träger.

Ausnahmen bestätigen die Regel

gleitschirm_2Selbst redend ist es aber wie, mit und bei Allem: Ausnahmen bestätigen im Normalfall die Regel. Und wenn dies so ist, wird einer solchen Frau, die alle Regeln bricht und diese somit auch irgendwie bestätigt, dann auch besonders große Aufmerksamkeit zu teil. Eine Frau die dem Klischee eines ängstlichen Wesens vollkommen widerspricht ist aus der Hansestadt Bremen stammende Corrina Schwiegershausen. Die 39 jährige die nach eigenen Angaben früher unter Höhenangst litt ist nämlich die mit großem Abstand Erfolgreichste in ihrer Sportart, viel mehr Extremsportart. Corrina Schwiegershausen hat sich dem Gleitschirmfliegen oder auch Hanggliding, wie das Fliegen mit Gleitschirm neuerdings auch bezeichnet wird, verschrieben; Und dies, wie bereits erwähnt, höchst erfolgreich. Auf der Habenseite der erfolgreichen, im Luftsport mittlerweile tief verwurzelten Norddeutschen stehen nämlich so einige Titel. Darunter vier Weltmeister, Europameister sowie deutsche Meistertitel.

„Who cares about Gravity?“

Erfolge die sich für die Bremerin lohnen und bezahlt machen. Sie hat es geschafft und wurde in den exklusiven Kreis der Sportler aufgenommen, die von dem großen österreichischen Power-Brause-Herstellers „Red Bull“ gesponsert, gefördert und vermarktet werden. Die Schwieghausen hat somit optimale Bedingungen um sich auch zukünftig mit weiteren Titeln, Rekorden und Auszeichnungen schmücken zu können. Diese optimalen Voraussetzungen alleine reichen allerdings noch nicht dazu, dass sich Erfolge einfach so einstellen. Wie in allen anderen Sportarten auch, ist es auch im Luftsport die Übung und das stetige harte Training an Technik, mentaler Einstellung, etc. was den Meister macht und in der Folge zu Titeln, Anerkennung und Auszeichnungen führt. So hat die ehrgeizige Red Bull Team-Kollegin von absoluten Sportstars wie Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel, Ex Skispringer Adam Malysz oder der schwedische Ski-Alpin Star Aksel Lund Svindal in ihrer Sportlerkarriere, alleine mit ihrem Lieblingssportgerät für den Luftsport, dem Gleitschirm, bereits mehr als 35.000 km zurück gelegt und mindestens genauso viele sollen noch folgen. Auch in diesem Jahr stehen noch zahlreiche Titelkämpfe an und Corrina Schwiegerhausen ist fest dazu entschlossen weiter an ihrer Medaillensammlung im Luftsport zu arbeiten. So sollen in diesem und in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Erfolge folgen. Zumindest sind diese fest eingeplant. Die Aussichten dass es klappt, sehen auf jeden Fall blendend aus für die „Grande Dame“ des Luftsport. Nicht zuletzt auch, weil ihr der Sponsor den Rücken frei hält bzw. „Flügel verleiht“ und sie sich voll und ganz auf ihren Sport konzentrieren kann. Immer getreu dem eignen Motto: “Who cares about gravity?” Eine faszinierende Sportlerin, die in der Welt des Luftsport mehr als heimisch geworden ist und die zeigt, dass entgegen weit verbreiteter Klischees, auch Frau, mit viel Wille, Engagement und Leidenschaft an der Sache, all das machen kann, was Mann auch auch tut. Mag es noch so verrückt und halsbrecherisch sein... Corrina Schwiegerhausen ist ein schillerndes Beispiel dafür und hat längst eine Vorbildfunktion für viele Nachwuchssportler, ganz gleich welchen Geschlechtes!

Dienstag, 22. Mai 2012

Fünf Rekorde für die Ewigkeit?!

Es wird nicht mehr allzu lange Dauern, dann wird es soweit sein... So alles, wie wir wohl alle hoffen, wie geplant und vorgesehen läuft, bzw. in diesem Kontext scheint mir die treffendere Wortwahl eher „fliegt“ zu sein, wird Österreich, der Energiedrink-Hersteller Red Bull, als auch die NASA in Kooperation mit der US-Air Force und natürlich nicht zu vergessen der eigentliche Rekordmann selber um gleich fünf Rekorde reicher sein.

Hohes Risiko als Preis für den Rekord

Das Vorhaben des bereits wegen anderer Extremsportaktionen zu Luft aus den Medien hinreichend bekannten Österreicher Felix Baumgartner ist mehr als ambitioniert und beinhaltet auch eine Menge Risiko bei der Umsetzung.cc-licenced-wikicommons_author-RobbDafür stellen die neuen Rekorde die aufgestellt werden sollen eine vor wenigen Jahren noch nicht vorstellbare Bestmarke auf, die wohl auch in dieser Form bis in alle Ewigkeit bestand haben wird und kaum zu schlagen bzw. zu überbieten sein wird.
Seit nun mehr über eine Dauer von fünf Jahren bereitet sich der bereits 43jährige Extremsportler auf sein Rekordunterfangen vor. Gemeinsam mit seinen Sponsoren ist alles penibel geplant und was möglich auch unzählige Male erprobt, berechnet und getestet. Doch worum geht es genau? Welche fünf Rekorde sind so außergewöhnlich, dass sich noch keiner daran versucht oder gar getraut hat?

Im Erfolgsfall winkt Unsterblichkeit

Nun es geht um nicht mehr und nicht weniger als darum neue Best-, bzw. Rekordmarken im Luftsport zu setzen. Rekorde die wohl bis in alle Ewigkeit Bestand haben werden, da eine Steigerung darüber hinaus aus mehreren Gründen unmöglich scheint. Bereits das aktuelle Vorhaben übersteigt selbst die Vorstellung der meisten Extremsportler...
Klappt es ist dem Ösi ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher, wenn nicht, eine Trauerfeier wohl unvermeidbar... Baumgarnter wird im August bis an seine Grenzen gehen müssen. Mehr noch: Bis an die Grenzen des körperlich noch gerade machbaren, will er folgende Rekorde für sich reklamieren:
  • Höchste bemannte Ballonfahrt (36.000 Metern über Normal-Null) die jemals gewagt wurde;
  • Höchster sich jemals ereignete Absprung aus einem Ballon (ebenfalls aus einer Höhe von schier unglaublichen 36.000 Metern);
  • Ein freier Fall der mit einer Dauer von mutmaßlich knapp fünf Minuten länger Dauern wird als jemals ein freier Fall eines Lebewesens zuvor;
  • Das Ganze mit einer Geschwindigkeit die in etwas der Schallgeschwindigkeit von rund 1.200 km/h entspricht (Bezugsgröße ist hier der eines Festkörpers in der Luft)
  • Klappt alles wie anvisiert, wird dieser freie Fall mit einer Fallstrecke von 34.500 Metern der längste bzw. weiteste jemals getätigte sein...
  • Fest steht, soll alles wie geplant klappen, muss alles einhundertprozentig passen und stimmen. Das fängt dann bei den optimalen Wetterbedingungen an und endet in der richtigen und punktgenauen Konzentration vor und während des Vorhabens. Kurz: Alles muss zu 100 Prozent stimmen, sonst könnte es ganz schnell zu einem fatalen Unglücksfall kommen. Denn wenn etwas unvorhergesehenes passiert, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der österreichische Rekordmann, mit dem Leben dafür bezahlt höchst wahrscheinlich. Mit ein paar harmlosen Knochenbrüchen wird es dann mit Sicherheit nicht getan sein. Doch an so etwas sollte man erst gar keine Gedanken verschwenden, es wird schon alles gut ausgehen... zumindest wünsche ich dies Felix Baumgartner und seinen Angehörigen von ganzem Herzen... Wenn es soweit ist werde ich hier selbstverständlich berichten...! Ganz gleich wie es ausgehen wird...!

    Dienstag, 15. Mai 2012

    Piloten aus Thüringen bei Weltrekord dabei

    Bereits seit mehr als zwanzig Jahren trägt der Luftsport-Verein des französischen Städtchen Chambley, nahe der deutschen Grenze und der elsässischen Stadt Metz gelegen, eine Montgolfiade aus. Die unter eingefleischten Ballonfahr-Fans unter der Bezeichnung „Lorraine Mondial Air Ballons“ einen gewissen Nimbus inne hat.
    Eine solche Montgolfiade ist, für die die es nicht wissen, ein Treffen von Ballonfahrern die dann gemeinsam über eine bestimmte Dauer hinweg hoch in die Lüfte aufsteigen, sich austauschen und das Ballonfahren sowie das Leben und sich selbst feiern.
    Dabei hat die Montgolfiade in Chambley mit ihrem mehr zwanzig jährigen Bestehen bereits eine gewisse Tradition und hat es unter Ballonfahr-Intusiasten zu dem Place to be des Ballonfahren gebracht.
    Aus aller Herren Länder stürmen die Piloten samt ihren Ballons Jahr ein, Jahr aus immer im August in das französische Örtchen und genießen zusammen eine aufregende und erlebnisreiche Zeit unter Gleichgesinnten. Aber auch interessierte Zuschauer und Gäste finden sich zahlreich zu den verschiedensten Programmpunkten ein. Neben wirklich günstigen Gelegenheiten das Ballonfahren zu erleben, sorgt meist Live-Musik und weitere Attraktionen auf die Großen aber auch Kleinen Besucher. Klar das bei soviel Zuspruch und nach so langen Jahren des Bestehens auch irgendwann ein Rekord her sollte. Das zwanzigste Jubiläum hat sich da selbstredend nahezu perfekt angeboten.
    Also machten sich im Rahmen der Lorraine Mondial Air Ballons insgesamt 329 Ballons auf den Weg nach oben in Lüfte, zwischen die Wolken dem Himmelszelt entgegen. Gegenstand des Rekordes war, das mehr als 261 Ballons innerhalb einer Linie hintereinander aufsteigen zu lassen. Bei bestem Ballonfahr-Wetter und genügend Teilnehmern die sich eingefunden hatten war das brechen des Rekordes kein großes Problem und es glückte alles wie erwartet.
    Mit von der Partie waren such einige Ballonfahr-Fans aus Deutschland, wie unter anderen zwei Piloten des Ballonsportclub Thüringen, die sich mit großer Freude und voller Stolz dabei sein zu können, an dem Rekordversuch im Ballonfliegen beteiligten und das ganze als ein unbeschreibliches Erlebnis schilderten.

    Montag, 30. April 2012

    Hoch hinaus – aber wie genau

    Es gibt so viele Arten, Facetten und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung hoch droben im Himmel, dass es gar nicht so einfach ist da den Überblick wirklich zu behalten. Insbesondere noch unerfahrene in Sachen Luftsport fällt es oft schwer sich für eine Variante des Luftsports zu entscheiden. Zum einen fehlt all zu oft die Orientierung über das was alles möglich ist (und dies ist wirklich einiges) und weiter ist es gemeinhin immer schwer sich für eine Sache zu entscheiden, bei der man nicht genau weiß ob es einem ganz persönlich was taugt und ob sich eine Investition in den gewählten Luftsport auch wirklich auszahlt und lohnt. Schließlich ist auch der finanzielle Aufwand nicht wirklich gering. Wem es nur ums Fliegen geht, der „fliegt“ mit Billig-Airlines definitiv günstiger! wikiMedia-Glg_2 cc-lizenzUm Interessierten aber auch allen anderen mal einen Überblick zu verschaffen, was alles möglich ist im Luftsport, habe ich mal alle mir bekannten Varianten des Luftsport und dem was dazu zählt aufgelistet und mit den wesentlichsten Basis-Informationen versehen...

    Luftsport – das ist alles möglich:

    für Freiheitsliebende – ganz ohne schützende Wände...

    Ballonfahren, ab ca. 150 Euro – Mindestalter 12 Jahren, körperliche Fitness nur ganz bedingt nötig Drachenfliegen, ab rund 80 Euro - Mindestalter 14 Jahren (inkl. Zustimmung Erziehungsberechtigter), körperliche Fitness nahezu unwichtig Fallschirmspringen, ab rund 180 Euro als Tandemsprung Mindestalter 14 Jahren (inkl. Zustimmung Erziehungsberechtigter), körperliche Fitness sollte angemessen vorhanden sein... Gleitschirmfliegen, ab rund 90 Euro - Mindestalter 14 Jahren inkl. Zustimmung Erziehungsberechtigter), körperliche Fitness nahezu unwichtig Bungeespringen, ab rund 60 Euro - Mindestalter 14 Jahren (inkl. Zustimmung Erziehungsberechtigter), körperliche Fitness sollte angemessen vorhanden sein... Indoor-Basejumping, ab rund 80 Euro - Mindestalter 14 Jahren (inkl. Zustimmung Erziehungsberechtigter), körperliche Fitness sollte angemessen vorhanden sein...

    für Technikfreaks – historisches und wahnsinnig schnelles

    Helikopterflug, ab 140 Euro Jet Rundflug, ab 300 Euro aber eher teurer Luftschiff oder Zeppelin, ab 100 Euro Motorgleitschirm, ab 120 Euro Oldtimer Rundflug, ab 120 Euro Gyrokopter, ab 120 Euro Mit Sicherheit gibt es noch etliche weitere Varianten des Luftsport, ich denke aber dass die wichtigsten hier nun einmal aufgelistet sind... - Vielleicht hilft es ja unentschlossenen eine Wahl zu treffen..., würde mich freuen ;)

    Montag, 16. April 2012

    Recherche im Web - Quervergleich ein Muss

    Von frühster Kindheit an haben wir gelernt, dass man mit Nichten alles wissen kann geschweige denn muss; - Man muss nur wissen wo die gesuchten Informationen zu finden sind, bzw. wo das gesuchte Wissen verzeichnet ist.
    ballonfahren_2 Ist man also gerade auf der Suche nach Informationen, so ist der Weg der dann in aller Regel gegangen wird klar: Entweder man geht ganz oldschool in eine Bibliothek und sucht sich das gesuchte Wissen mühsam zusammen oder aber man nutzt die Möglichkeiten die das Web eröffnet. - Dies ist meist der aller schnellste Weg um sich ein fundiertes Grundlagenwissen anzueignen. Jedoch gilt es, insbesondere bei der Informationssuche im Internet, nicht alles für bare Münze zu halten was dort verzeichnet steht, denn nicht in jedem Fall ist es vollkommen richtig und frei von Fehlern was dort zu lesen ist. Daher sollte man auf jeden Fall auf die zugrunde liegende Quelle achten, an Hand welcher meist schon zu erkennen ist, wie mit der gefundenen Info umgegangen werden sollte. Hierzu ein kurzes Beispiel, welches ich letztens an eigenem Lebe erlebt habe:
    Ich befand mich auf der Suche nach Informationen rund um das Ballonfahren, welches mich als Freizeitbeschäftigung schon seit langem interessierte. Jedes mal wenn ich einen Ballon hoch in den Wolken schweben sah, wurde ich daran erinnert, dass ich mich unbedingt einmal näher mit der Materie Ballonfahren auseinandersetzten wollte. Doch wie dem so ist, wenn mal freie Zeit da war, um sich auf die Suche nach Informationen zu begeben, habe ich mein Recherche-Vorhaben auch schon wieder vergessen oder etwas anderes war wichtiger.
    Am vergangen Wochenende war es dann endlich soweit – Smartphone sei dank! So lag ich bei strahlendem Sonnenschein im Park und plötzlich tauchte am wolkenlosen Frühlingshimmel gleich ein ganzes Bataillon von Heißluftballons auf. Der Gedanke an mein Recherchevorhaben ließ nicht lange auf sich warten und so machte ich gleich „Nägel mit Köpfen“, packte mein neues Smartphone aus, mit dem ich von überall aus, so Netz vorhanden ist, ins Internet gehen kann, und begab mich auf die Suche nach Informationen rund ums Ballonfahren. Gibt man in einer Suchmaschine den Begriff Ballonfahren ein, so erhält man in aller Regel erst einmal zahlreiche Anzeigen von Anbietern diverser Luftsportanbieter. Folgt man diesen, so findet man in aller Regel auf den landing-pages der Anbieter schon zahlreiche Infos rund um das Ballonfahren. Und genau hier stehen allzu oft Informationen, die an den Haaren herbei gezogen sind und nur zu dem Zweck dort verzeichnet sind, um das eigene Website-Angebot so zu pushen, dass dieses, so der Begriff des Ballonfahren gegoogelt wird, möglichst weit oben platziert zu sein. Zwar haben die Urheber dieser Seiten scheinbar Ahnung von SEO, doch fundiertes Wissen rund um das Fahren in einem Ballon sucht man dort vergeblich.
    Mir dessen bewusst surfte ich also gleich weiter zu dem Wikipedia-Eintrag der mich in der Folge ausreichend über das Ballonfahrenaufklärte.
    Zwar ist Wikipedia nicht immer als Informationsquelle zu empfehlen und auch hier ein Hinterfragen sinnvoll, doch das Wiki-Prinzip, das Wissen vieler zu sammeln und Allen zur Verfügung zu stellen, womit auch automatisch ein gewisser Kontrollmechanismus einhergeht, sorgt in den meisten der Fällen dafür, dass die verzeichneten Informationen den Tatsachen entsprechen. Dies gilt zumindest für den entsprechenden Eintrag zum Ballonfahren, wie ein Quervergleich mit anderen Enzyklopädien zeigen sollte.

    Dienstag, 3. April 2012

    Der Mythos Zeppelin

    Als eines der größten jemals gebauten Luftschiffe ging der Zeppelin in die Geschichte ein. Jedoch ist dies nicht das erste woran die meisten Menschen denken wenn die Rede von einem Zeppelin ist. Zu einer noch viel größeren Popularität brachte es der Zeppelin durch ein tragisches Unglück, welches in der Folge die weitere Entwicklung der Luft- und Raumfahrt stark beeinflussen sollte und im Prinzip gleichzeitig das Ende der Luftschifffahrt einläutete.2_wiki-cc-license-Zeppelin_Postkarte_1936_a
    Der verunglückte Zeppelin galt als ein Prestige- und Propagandaobjekt von Nazi-Deutschland. Als Nachfolger des ersten Zeppelins, der „Graf Zeppelin“, verlieh der von Ludwig Dürr konstruierte Zeppelin dem Gigantismus der Nazis perfekt Ausdruck. Noch nie zuvor wurde ein solch, für die damaligen Zeiten, unglaublich großes Luftschiff erbaut. Die Nazis machten daraus medienwirksam ein neuerliches „Wunder deutscher Ingenieurskunst“, welches die Überlegenheit der Deutschen gegenüber allen anderen Nationen aufzeigen sollte. Um so größer war dann natürlich die Bestürzung über das unverhoffte Unglück des deutschen Prestigeobjektes Zeppelin, der zu Ehren des zweiten, zu jener Zeit regierenden deutschen Reichskanzler zu Hindenburg, nach diesem auf „Hindenburg“ getauft wurde.
    Insgesamt hatte der Schiffskörper, welcher aus 36 Ecken zusammengesetzt war, eine Länge von 245 Metern und einen Durchmesser an der breitesten Stelle von 41,2 Metern. Insgesamt brachte dieser gigantische Zeppelin mehr als 215 Tonnen auf die Waage und bot Platz für knapp 100 Personen. Den Passagieren standen jeweils eine Hälfte eines Doppelstockbettes in einer Zwei-Mann-Kabine, ein großzügig gestalteter Speise- sowie ein Gesellschaftsraum zur Verfügung. - Keine Frage, zu damaligen Zeiten setze der Zeppelin nie dagewesene, neue Maßstäbe in Sachen Passagierluftfahrt. Zum Vergleich: Die damaligen Flugzeuge waren für maximal 20 Passagiere ausgelegt und bei weitem nicht so komfortabel, zuverlässig und vermeintlich sicher.
    Größtes Problem des Zeppelin war jedoch die Tatsache, dass der Schwellkörper des Schiffes mit dem extrem leicht entzündlichen Wasserstoff befüllt werden musste, was letztendlich dann auch die Katastrophe und den Absturz des Zeppelin verursachte. Zwar war man sich der theoretischen Gefahr, die durch das Verwenden von Wasserstoff zum Befüllen bestand bewusst, doch es mangelte an einer Alternative. Die einzige zu jener Zeit bekannte Alternative stellte Helium dar, doch auf dieses hatten die Amerikaner ein Patent und somit war es europäischen Luftfahrtkonstrukteuren nicht möglich dieses, viel sicherer, weil nicht brennbare Gas zu verwenden.
    Es blieb also gar keine andere Wahl als den Zeppelin mit Wasserstoff zu befüllen. Bedenkt man, dass der Zeppelin nahezu 200.000 m³ dieses leicht entflammbaren Edelgases benötigte, um mit den weit über 200 Tonnen Gewicht empor steigen zu können, verwundert es wohl nicht all zu sehr, dass diese fliegende Wasserstoffbombe, auf den Tag genau am 06. Mai 1937, beim Landeanflug auf das US-amerikanische Lakehurst in Flammen aufging und für 36 von insgesamt 97 Personen einen schmerzvollen Tod bedeutete. Die ganz genauen Ursachen sind bis heute noch ungeklärt. Untersuchungen lassen jedoch darauf schließen, dass ein elektrischer Impuls oder Schlag das hochexplosive Wasserstoffgemisch zu der folgenschweren Explosion brachte, welche eine Zensur in der Luftschifffahrt bedeuten sollte. - Fortan setzte man auf die Weiterentwicklung von Flugzeugen und nahm Abstand von Luftschiff und Zeppelin. Erst 60 Jahre nach der Katastrophe von Lakehurst startete erneut ein Zeppelin in die Lüfte. Allerdings technisch weiterentwickelt und nicht mit dem brandgefährlichen Wasserstoff gefüllt.